| 6900 km durch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und den Oman |
Den Duft von Weihrauch kennt man aus unseren Kirchen.
Doch was hat es mit diesem feinen
Nebel, der in unsere Nasen steigt und auch Kindheitserinnerungen wach
werden lässt auf sich? Ein auf Kohlestückchen verglimmendes Harz
der kleinen und recht unscheinbaren Bäume, die aus einem begrenzen
Gebiet im Süden des Oman kommen - so des Rätsels Lösung – sorgt
für diesen unverkennbaren Geruch.
Einer Gegend, die auf der arabischen
Halbinsel eine herausragende Stellung einnimmt. Hier im Umkreis von
Salalah, unweit der Landesgrenze zum Jemen, bringt der jährliche
Monsun in den Sommermonaten aus Indien reichlich Feuchtigkeit in Form
von Nebel und Nieselregen. Dies freut nicht nur die Vegetation und
die Milchkühe auf den Weideflächen, sondern auch die große Anzahl
von Urlaubern aus dem angrenzenden Saudi Arabien und den Emiraten.
Diese entfliehen dann der unerträglichen Sommerhitze ihres
Heimatlandes und genießen das Regenwetter im Freien bei Picknick.
Und genau aus dieser so verschobenen Welt kommt der Weihrauch –
einem Jahrtausende alten Handelsgut, das mit Kamelkarawanen und Dhaus
in alle Himmelsrichtungen transportiert wurde.
Nach 15000 km erreichten wir Salalah
eine Oase der Fruchtbarkeit und der zugleich südlichsten Stadt
unsere Reise durch den mittleren Osten. Unser persönlicher
Wendepunkt liegt etwa 80 km vor der jemenitischen Grenze, die für
uns leider Aufgrund von kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem
Nachbarn Saudi Arabien und internen Stammesunruhen geschlossen ist.
Hier werden wir nochmals mit einem türkisblauen feinsandigen
Megatraumstrand für unsere lange Anreise belohnt.
Knapp 8 Wochen und gut 5800 km sind wir
von Nord nach Süd und vom Leeren Viertel im Osten, der größten
Sandwüste dieser Erde, bis zum Indischen Ozean im Westen gefahren.
Die meiste Zeit hielten wir uns an der Küste auf, die mit ihren
1600 km Länge unglaublich schöne Stellmöglichkeiten bietet und
klimatisch am angenehmsten ist. Die regelmäßigen Temperaturen
liegen jetzt im Winter um die Mittagszeit immer im Bereich von 30°, so daß man
gerne die Erfrischung im kristallklaren Wasser geniest.
Auch der Zöllner empfängt seine weit
gereisten Besucher mit einem welcome to Oman. Mehrmals täglich haben
wir diesen Ausspruch, der wirklich ernst gemeint ist, in den letzten 60 Tagen hören dürfen. Die Omanis sind einfach nett, interessiert
und sehr sehr entspannt. Auch die vielen kleinen Helferlein, ohne die
garnichts laufen würde, begrüßen Jeden mit einem freundlichen
Lächeln und sind stolz uns von Ihrem Heimatland Pakistan, Indien,
Bangladesch oder Sri Lanka berichten zu dürfen. Dies leider immer
mit dem wehmütigen Blick in Ihren Augen, denn ihre Lieben sehen sie
nur alle 2 Jahre auf Heimaturlaub.
Wir hatten tiefe Erlebnisse für die
wir sehr dankbar sind. So durften wir miterleben wie zwei
Meeresschildkröten ihre Eier unweit unserer Fahrzeuge in den warmen
Sandboden ablegten. Den erhebenden Moment mitverfolgen als diese
schweren Tiere nach Stunden unbeschreiblicher Anstrengung wieder in
das Meer entschwunden sind. Schmutzgeier tummelten sich vor uns am
Djebel Shams und das gemeinsame Bad mit rund 20 Delphinen an der
größtenteils menschenleeren Küste des indischen Ozeans war die
erhabenste Begegnung überhaupt.
Da sind die fluoreszierenden Wellen,
der geschenkte fangfrische Fisch, die Mangos, die Kokosnüsse oder
auch die leckeren Bananen.
Feinste kilometerlange einsame
Sandstrände, beeindruckende Wadis, Kamel- uns Ziegenherden,
Flamingos und ausgelassene Jugendliche in ihren PS-starken Luxuswagen
– alles dies ist der Oman.
Hier genießt man das Leben, denn der
gemeine Omani erhält von seinem Sultanat eigentlich alles, was er zu
einem sorgenfreien Leben braucht. Steuern zahlen kennt man nicht, und
ein Grundstück bekommt jeder Omani (Mann, Frau und jedes der vielen
Kinder) von Staat geschenkt. Die Häuser werden gebaut und die
Darlehen sind zinslos. Man will es nicht glauben, der Staat ist für
seine Bürger da. Und Sultan Qaboos, den Alle lieben, überlegt sich
inständig wie er das Leben seiner Landsleute verbessern und auf
Dauer sichern kann. So gab es gerade einmal 10 km Teerstraße, ein
Krankenhaus und 3 Schulen in diesem von der Welt isolierten Land, als
Qaboos 1970 seinen Vater aus dem Tempel schmiss. Heute finden sich
überall Schulen und Krankenhäuser, Häfen werden gebaut und alle
Hauptverkehrsstraßen sind mittlerweile geteert und in einem tollen
Zustand. Das Land befindet sich mitten im Aufbau, einen Aufbau den
die kleinen Inderlein und ausländische Unternehmen leisten, denn der
Omani geniest seinen Status, und genau hier liegt das größte
Problem der Petromilliardengeneration. Viele dieser Jugendlichen
denken nicht so recht ans Arbeiten und bestenfalls übernimmt man
speziell geschaffene gut dotierte Jobs beim Staat oder bei den
staatseigenen Erdöl- und Erdgaskonzernen.
So steht das Land trotz und gerade wegen seines enormen
Reichtums riesigen Aufgaben in der Bewältigung der Zukunft
gegenüber. Wohin das Schiff Oman im 21 Jahrhundert segelt bleibt
spannend. Man kann nur hoffen, dass der Islam nicht die Rolle des
Steuermanns übernimmt und Sultan Qaboos seinem Volk noch lange erhalten bleibt.
| Meeresschildkröte nach der Eiablage |
| Weihrauchharztorpfen |
| Blüten am Weihrauchbaum |
| Dhau für Qutar |
| Eine der letzten Dhau Werften im Oman in Sur |
| Kaufverhandlung |
| Sandfisch - Apothekerskink |
| Die 5 cm starke Salzkruste unter dem Sand hielt nicht ... |
| Der omanischen Fischer grillt uns den geschenkten Fisch |
| Muscat |
| Muscat |
| Schwimmen mit Delphinen |
| Baobab |
| Baobab am Ende der Trockenperiode |
| Boababblüte |
| Salalah |
| Salalah |
| Wassertanken ist immer spannend im Oman |
| Moschee in Salalah |
| Quriyyat |
| Weihrauchbaum |
| Kurvenreich geht es an die jemenitische Grenze |
O - Mann, O - MAN, Oman
Irmgard erzählt vom Weihrauchland
Oman.
Es hat uns buchstäblich in
Weihrauchschwaden gehüllt …..dieses Land!
Der Duft hat uns überallhin begleitet.
- In die Bazare, in die Stoff- und Lebensmittelläden,
auf der Straße, in den Autos, überall
wird geräuchert. Die Omanis lieben Düfte aller Art.
Jeder Haushalt, jede Familie hat ihre
eigenen Duftmischungen, Duftöle und Duftwässer.
Die Zutaten zu all diesen duftenden
Dingen kann man in den Bazaren und speziellen
Geschäften erstehen. Die Ingredienzen
für all diese Wohlgerüche sind; Weihrauch, Sandelholz,
Myrrhe, Moschus, Safran, Rosenblätter,
Blütenöle und Oud, ein wertvolles Duftholz aus Indien oder
Malaysia.
Die Duftrezepte werden von den Müttern
an die Töchter weitergegeben. Dazu werden die festen
Stoffe zuerst zermahlen, dann mit
Zucker, Wasser und Duftölen vermischt, gepresst und in
der Sonne oder einem Ofen gebrannt.
Der so gewonnene Duftstoff wird
zusammen mit glühender Kohle auf einen Räuchertopf gelegt, wo er
langsam verbrennt. Damit parfümieren die Omanis ihre Wohnräume, die
Kleidung, die Kopfbedeckungen, einfach Alles. Duftzeremonien kommt zu
großen Ereignissen wie Hochzeiten, Geburten oder Todesfällen eine
wichtige Bedeutung zu. Düfte sind sozusagen ein wichtiger Teil der
omanischen Kultur.
Weihrauch, ein paar Stückchen in die
Wasserkaraffe gelegt, gibt dem Wasser eine erfrischende
Note. Die Dämpfe wirken desinfizierend
und lindern Atembeschwerden. Auch gegen Magen, - Darm und
Nierenbeschwerden soll es helfen und mancher Omani kaut es wie
Kaugummi für einen frischen Atem . Ich habe es ausprobiert und bin
überzeugt!
Ich habe die Düfte sehr genossen und
mich auch mit allerhand solcher Dinge eingedeckt. Aber ich muss auch
ehrlich gestehen, dass einige Mischungen mir im wahrsten Sinne des
Wortes, die Luft genommen haben.
Wir haben einmal nach einem
geruchsintensiven Essen im WOMO geräuchert und sogleich hat unser
Rauchmelder uns zur Mäßigung gerufen und Alarm geschlagen.
Der Weihrauchbaum, Boswellia sacra, ist
ein unscheinbarer kleiner Baum. Zur Harzgewinnung wird die Rinde mit
einem sehr scharfen Messer angeritzt. Im März wird geerntet und nach
drei Jahren darf der Baum eine mehrjährige Erholungspause einlegen.
Je heller das Harz, desto wertvoller.
Von Weitem schon kann man Omani oder
Emirati riechen. Sobald die Autotür sich öffnet strömt
einem der Wohlgeruch entgegen. Bei uns
gilt es, sich dezent zu parfümieren, hier in Arabia Felix,
dem glücklichen Arabien, darf es
diesbezüglich immer ein wenig mehr sein.
Liebe Irmgard, lieber Klaus, Ihr macht ja wirklich eine ganz tolle Reise. All die neuen Welten und Erfahrungen. Da werdet Ihr Euch noch lange daran erinnern. Ich hoffe, in Euren Köpfen herrscht nicht das Chaos, bei so vielen Eindrücken. Ich bin jedesmal gespannt, auf neue Beiträge von Euch und lese sie mit viel Interesse. Die tollen Bilder sprechen für sich. Danke und alles Gute für Euch. Cornelia
AntwortenLöschenHallo,
AntwortenLöschender Kugelfisch mit der Brille sieht witzig aus.
Tschüß Johannes
Chers Klaus et Irmgard,
AntwortenLöschenQuel voyage !! Vos photos sont magnifiques !! Vous devez vous régaler ! Nous revenons du maroc. L'année prochaine, peut-être, si j'arrive à avoir un congé de 6 mois, nous voulons aussi aller en Iran.
En vous souhaitant de belles aventures … A très bientôt.
Philippe & Myriam.