Es
wird merklich kühl in Anatolien.
Hier oben auf 1400 m Höhe kehrt
schon sehr deutlich der Herbst ein. Die Getreidefelder sind schon
längst abgeerntet und nun werden Berge von Zuckerrüben eingeholt.
Tagsüber ist die Sonne noch sehr stark, doch in der Nacht sinken die
Temperaturen deutlich ins Minus.
Seit
5 Wochen sind wir nunmehr in der Türkei, 5 Wochen mit sehr
unterschiedlichen Erlebnissen in Kultur und Temperatur.
Haben
wir die ersten 4 Wochen überwiegend im Sommer an der Süd-West Küste
verbracht, so sind wir jetzt im tiefen Herbst der anatolischen
Hochebene angelangt.
Nun
der Reihe nach:
Jetzt
sind wir da, im Land der Granatapfelbäume.
Es
ist nicht übertrieben, denn genau jetzt sieht man sie überall. Es
ist Erntezeit der dicken roten Früchte. In fast jedem Garten an der
Küste sieht man sie die Punica granatum. Auf jedem Markt werden sie
feil geboten und am Straßenrand bei jedem Bauern. Aus den
Granatäpfeln wird Essig, Sirup, Tee, Gelee und natürlich auch Saft gemacht. Früher galt diese Frucht als Symbol der
Fruchtbarkeit. Kein Wunder, enthält Ihre ledrige Schale doch
unzählige Samenkerne eingehüllt in die schmackhafte Saftzelle.
Sobald die reife Frucht auf einen harten Untergrund fällt.... dann
wird sie zur Granate.
Kulturell
ist die Türkei auch eine Granate.
Es
ist das weltgrößte OPENAIR Freilichtmuseum für hellenistische,
römische, hethitische und osmanische Kultur, um nur die Wesentlichen
zu nennen.
Uns
begeisterte immer wieder alles Griechisch- Römische. Und dies in
einer Fülle wie sie kaum darstellbar ist. Ohne den Leser zu
langweilen, wollen wir nur eine kurze Aufzählung der Ausgrabungen
geben die wir besuchten.
Troja,
Alexandria Troas, Assos, Pergamon, Ephesos, Priene, Milet, Didyma,
Aphrodisias, Xanthos, Myra, Olympos und Aspendos.
| Immer fängt es mit dem Steinbruch an - hier in Myra |
Eines
haben alle antiken Städte gemeinsam. Sie liegen immer in
traumhaften landschaftlichen Locations , sowohl am Meer als auch in
sehr schönen Tälern, Gebirgen oder Ebenen.
| Steinmetze lernen Skulpuren zu hauen - Rohling im Ephesus Museum |
| Probestücke der antiken Steinmetz Meisterschule in Aphrodisias |
Gemeinsam
haben alle römischen Städte eines: Man gebe den Römern vorbildlich
behauene Quader, exakt runde Säulen und Tonröhren für Unter- und
Überdruck Wassersysteme – dann bauen Sie damit die tollsten
Thermen, Amphitheather, Tempel, Agoren, Odeien, Aquädukte, Kolonaden
und natürlich schöne Wohnhäuser.
| Amphitheather in Assos gegenüber der Insel Lesbos |
| Celsius Bibliothek in Ephesus |
| Bouleuterion (Stadtratssaal) in Priene |
| Wohnhaus in Ephesus |
| Didyma |
| Theater von Milet |
| Medusenkopf in Didyma |
| Vollständig erhaltenes Theater in Aspendos |
| Stadion in Aphrodisia |
| Aquädukt in Aspendos |
| Odeion in Troja |
| Hafen in Alexandria Troas |
| Aktuelle Ausgrabung in Alexandria Troas |
| Gesimse in Alexandria Troas |
| Traumlage der Agora in Assos |
| Straße in Assos mit Kanal |
Auch
Schildkröten lieben Ausgrabungen. An einem Tag hatten wir 9 gesehen.
Einer wurde von Irmgard das Leben gerettet, denn sie lag auf dem
Rücken zwischen Steinen und hatte keine Chance mehr sich aus
eigener Kraft zu drehen.
Für
den Womo Fahrer ist die Türkei immer noch ein Paradies – sofern
man die Sommerferien der rund 90 Millionen Türken meidet. Wir fanden
jetzt in der Nachsaison die schönsten Plätze des Mittelmeeres,
badewannenwarmes Wasser und durftende Pinienhaine. Fahrt hierher,
noch gibt es keine Womo Verbotsschilder !!!
Türkei der Osten
| Nach fast 7000 km haben wir den äußersten Osten der Türkei erreicht. |
Immer weiter Richtung Osten bewegen wir uns fortwährend auf Höhen zwischen 1500 und 2000 m.
| Übernachtungsplatz am Tödürge Gölü in der Nähe von Sivas |
Wir erreichen den Oberlauf des Euphrat und waschen unsere Hände im biblischen Fluß.
Später sehen zum ersten Mal den Berg Ararat (5139 m) an dem die Arche Noah gestrandet sein soll.
| Der Vulkan Ararat ist 1840 zu letzten Mal ausgebrochen. |
Dem frisch vermählten Brautpaar die besten Wünsche...
Der Türke als Mensch:
Ein
entspannter ruhiger Geselle im Teehaus jedoch hinterm Steuer unberechenbar.
Auf der Straße in Gegenwart anderer Frauen ein Macho, Zuhause jedoch scheinen die Bayan (Ehefrau) das Regiment zu führend. Ein fleißiges Volk. Zurückhaltend und bisweilen sehr
scheu uns als Touristen gegenüber.
Essen:
Die Märkte sind bunt und mit Allem was das Herz begehrt bestückt. Und das Besondere: Die Früchte sind Früchte, und entsprechen noch keiner geschmacklosen EU-Norm. Nur das Brot – hier sagen sie Ekmek dazu - trifft nicht unseren Geschmack. Es ist meist geschmacklos und lappig.
In
den Lokantas gibt’s für wenig Geld frisch gekochte Speisen der
Bayan – das sind die meist etwas gewichtigeren Frauen. Kochen
können Sie …. Ihnen schmeckt es und uns auch.
Mit
dem Zeigefinger kann man sich sein tollstes Menue zusammenstellen.
Immer
und überall trinkt man Cay, den leckeren kräftigen schwarzen Tee
der Schwarzmeerküste.
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